
Eurovino 2026: Mit weniger Umdrehungen, fruchtigem Spritz und Wein in der Dose leichtere Trinkmomente schaffen
Die Entwicklung hin zu weniger Alkohol hält an. Viele Betriebe bringen neue Getränke auf den Markt – häufig als Spritz oder andere leichte Aperitif-Formate. Gleichzeitig experimentieren Produzenten mit neuen Verpackungen, wie Dosen oder einem neuen Pfandsystem. Ein Blick auf die Produkte und Ideen, mit denen Weinbetriebe neue Trinkmomente erschaffen.
Der erste Teil meiner Messeeinordnung beleuchtete hauptsächlich, wie neue Kooperationen in der Weinbranche die gemeinsame Sichtbarkeit erhöhen. Auf der Eurovino 2026 spiegelte sich der Kulturwandel natürlich auch ganz konkret im Glas wider.
Viele Betriebe reagieren auf die sich verändernden Trinkgewohnheiten. Dabei sind zwei Entwicklungen deutlich: weiterhin weniger Alkohol und neue Formate, in denen Wein auftaucht.
Weniger Alkohol, mehr Anlass: No- und Low-Alkohol prägen die Eurovino 2026
Wer die Eurovino 2026 besuchte, stieß immer wieder auf alkoholreduzierte oder alkoholfreie Getränke. Viele Betriebe setzen dabei auf unkompliziert zu trinkende Spritz-Varianten – als Aperitif, bei Events oder einfach zwischendurch.
Gastronomie sucht auf der Eurovino nach besseren alkoholfreien Weinen
Auch Vertreterinnen aus der Gastronomie suchten gezielt nach passenden Produkten. So probierte sich Sommelière Sophie Breitenstein vom Schlosshotel Steinburg in Würzburg auf der Messe durch zahlreiche alkoholfreie Optionen. „Bei alkoholfreiem Wein wirkt vieles noch sehr süß oder es fehlt Grip und Tiefgang. Das macht es schwer, eine passende Getränkebegleitung zu kräftiger Küche zu entwickeln.“
Trotzdem wächst das Interesse. Messen wie die Eurovino helfen der Sommelière dabei, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. „Hier kann man sich durchprobieren und vergleichen, das macht es deutlich einfacher“, sagt Breitenstein.
„Hier auf der Messe kann ich mich durchprobieren und alkoholfreie Produkte vergleichen, das macht es deutlich einfacher.“
Sophie Breitenstein, Schlosshotel Steinburg
Nullkohol in Heidelberg: Ein Fachhandel will alkoholfreie Getränke sichtbarer machen
Wie stark die Nachfrage wächst, zeigt auch ein Start-up aus Heidelberg. Anja und Andreas Summa haben dort einen Fachhandel für alkoholfreie Getränke aufgebaut und möchten diese auch stärker in der Gastronomie etablieren.
Dabei geht es nicht nur um den Verkauf, sondern auch um Aufklärung. Auf ihrer Website erklären die beiden zu jedem Produkt den sogenannten „Nullkohol-Faktor“. Warum haben sie es ausgewählt und was steckt dahinter? Das Sortiment umfasst alkoholfreie Weine, Spritz-Getränke und Spirituosen-Alternativen, die überwiegend von kleineren deutschen Betrieben stammen.
Ein Hindernis bleibt jedoch der Preis. „Viele wünschen sich hochwertige alkoholfreie Angebote, vergleichen den Preis dann aber mit dem von alkoholischen Getränken“, sagt Anja Summa.
Gerade deshalb sei es wichtig zu zeigen, dass hinter vielen Produkten aufwendige Herstellungsverfahren und eine sorgfältige Auswahl stecken.
Die beiden arbeiten gezielt mit Gastronomiebetrieben und Institutionen in der Region zusammen. So bietet die Stadt Heidelberg etwa inzwischen alkoholfreien Sekt aus dem Nullkohol-Sortiment bei Empfängen an. Zuvor hatten die Verantwortlichen der Stadt verschiedene Produkte selbst getestet – und waren unzufrieden. Erst über den Fachhandel bekamen sie eine kuratierte Auswahl und entsprechende Beratung.
Nullkohol in Heidelberg – das Start-up in Kürze:
- Kuratiertes Sortiment: alkoholfreie Weine, Spritz-Getränke und Spirituosen-Alternativen, überwiegend von kleineren deutschen Betrieben.
- Aufklärung als Konzept: Auf der Website erklärt der „Nullkohol-Faktor“, warum jedes Produkt ausgewählt wurde und was dahintersteckt.
- Fokus Gastronomie & Region: Kooperationen mit Betrieben und Institutionen, etwa alkoholfreier Sekt für Empfänge der Stadt Heidelberg.
Auch saisonal zeigt sich Bewegung im Markt. Im Frühjahr greifen viele Kunden zu Rosé oder Spritz-Getränken. Rund um Weihnachten steigt dagegen die Nachfrage nach alkoholfreien Essensbegleitern wie strukturierten Weißweinen oder kräftigeren Rotweinen. Gäste kaufen solche Getränke häufig, wenn sie bei Familienfeiern oder Einladungen bewusst auf Alkohol verzichten möchten, aber trotzdem „etwas im Glas“ haben wollen.
Apfel statt Traube: Ein neuer Spritz aus Südtirol
Nicht alle neuen Aperitif-Ideen basieren direkt auf Wein. Auf der Eurovino stellte Alessandro Fusi aus Südtirol ein spritziges Getränk aus rotfleischigen Äpfeln vor: den Rocco Sparkling.
Die verwendete Apfelsorte war ursprünglich für den Frischmarkt gedacht, erwies sich dort jedoch als zu säurebetont. Anstatt die Plantagen aufzugeben, entwickelte das Team daraus ein Getränk. Die natürliche Säure des Apfels sorgt für Struktur, Kohlensäure für Frische.
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Die natürliche Säure des Apfels sorgt für Struktur, Kohlensäure bringt Frische. Das Ergebnis ist ein unkomplizierter Aperitif mit moderatem Alkoholgehalt – ein Drink, der gut gekühlt funktioniert und genau in die Kategorie fällt, die auf der Messe häufig zu finden ist: leichte Spritz-Getränke für den Sommer. Das alkoholfreie Getränk wird von Vinomuc vertrieben.
Black Forest Spritz: ein regionaler alkoholfreier Drink, der zufällig den Zeitgeist trifft
Der Black Forest Spritz vom Weingut Kuhn entstand nicht als Antwort auf den aktuellen Spritz- oder Regionaltrend. Florian Kuhn kam die Idee eher zufällig.
„Warum müssen wir eigentlich immer alles irgendwoher importieren? Warum entwickeln wir nicht selbst etwas?“
Seine Antwort ist ein leichter Aperitif, der regionale Zutaten mit moderner Bar-Kultur verbindet und sich unkompliziert einsetzen lässt, etwa bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie. Damit trifft er den aktuellen riesigen Trend zu leichteren Drinks, regionalen Zutaten und Spritz-Aperitivos.
Bei den New & Different – Eurovino Innovation & Marketing Awards gewann der Black Forest Spritz in der Kategorie Beste Marketingkampagne (Experts’ Choice).
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Rüdlin Wein- und Obsthof: Orangewein und Grape up Forest neu im Glas
Auch Kevin Rüdlin vom Rüdlin Wein- und Obsthof präsentierte neue Weinstile. Auf der Eurovino stellte er unter anderem seinen „Pino Fleur” vor, einen Orangewein, der zu 85 % aus Weißburgunder und zu 15 % aus Muskateller besteht.
Der Wein zeigt eine intensive Nase, bleibt am Gaumen jedoch trocken und strukturiert – eine Kombination, die besonders in der Gastronomie gefragt sei. Mit diesem Wein richtet er sich gezielt an Weinbars und Sommeliers, die nach außergewöhnlichen Positionen suchen.
„Ein Sommelier aus München hat sofort gesagt: ‚Den will ich haben.‘ Ich suche immer etwas, womit ich mich abheben kann“, so Rüdlin.
Parallel dazu arbeitet er auch an alkoholfreien Getränken. Neu ist auch „Grape up Forest“, ein leicht perlendes, alkoholfreies Getränk auf Traubensaftbasis. Kräuter wie Zitronenmelisse, Fichtennadeln, Rosmarin, grüner Tee und Thymian verleihen dem Getränk eine aromatische, fast waldige Note. Er wird gut gekühlt als frischer Aperitif serviert.
Kevin Rüdlin beobachtet, dass Weinbars, Cafés und Events immer wichtiger werden. Deshalb organisiert er gemeinsam mit Florian Kuhn sogenannte „Winzer-Battles“, bei denen beide Betriebe ihre Weine direkt vergleichen. Dieses Format kommt besonders bei jüngeren Gästen gut an.
Teamwerk Esslingen: Die Schorlen entstanden in nur acht Wochen
Auch das Teamwerk Esslingen treibt das Thema alkoholfreier Wein aktiv voran. Die Genossenschaft investierte zuletzt in eine neue Technik zur Entalkoholisierung, bei der Aromastoffe zunächst vom Alkohol getrennt und anschließend wieder zusammengeführt werden. So bleibt der ursprüngliche Charakter des Weins weitgehend erhalten.
Das Thema Alkoholfrei sei längst kein Randthema mehr. Immer mehr Gäste verzichten bei Veranstaltungen oder Firmenevents bewusst auf Alkohol, möchten aber dennoch ein hochwertiges Getränk im Glas haben.
Sehr bemerkenswert: Während der Corona-Zeit entwickelte das Team mehrere Weinschorlen – von der Idee bis zur abgefüllten Flasche vergingen gerade einmal acht Wochen.
Für Ramona Fischer zeigt das, wie wichtig Geschwindigkeit geworden ist. In vielen Betrieben, vor allem Genossenschaften, müssten solche Projekte zunächst durch mehrere Gremien laufen. Beim Teamwerk gehe man bewusst pragmatischer vor.
„Wir probieren Dinge einfach aus. Fehler darf man machen, nur nicht zweimal. Gerade neue Getränkeformate bieten eine Möglichkeit, jüngere Zielgruppen anzusprechen und Wein in anderen Situationen zu platzieren.“
Ramona Fischer, Teamwerk Esslingen
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Oliver Huck-Wagner: Events bringen Menschen wieder zum Wein
Auch Oliver Huck-Wagner aus dem Markgräflerland in Südbaden stellt fest, dass der klassische Weinverkauf schwieriger geworden ist. Auf seinem Weingut setzt er deshalb, wie mittlerweile viele andere Betriebe auch, stärker auf Veranstaltungen, die sehr gut funktionieren.
Geocaching-Touren mit Weinverkostung, Kinoabende in der Scheune oder Kunstausstellungen mit Weintheke bringen sehr unterschiedliche Besuchergruppen zusammen.
Nicht jeder kauft danach sofort Wein. Doch viele Gäste kommen später wieder, oder bestellen später im Onlineshop.
„Die Mischung aus Veranstaltungen, Präsenz auf Messen und viel Kommunikation macht heute den Unterschied.“
Oliveer Huck-Wagner, Weingut Huck-Wagner
Weinkontor Freund: neue No- und Low-Alcohol-Produkte für Frühling und Sommer
Dirk Röhrig von Weinkontor Freund findet:
„Wir sollten auch mal aufhören, ständig nur darüber zu reden, wie schlecht alles ist.“
Auf der Eurovino zeigt sich, dass viele Betriebe bereits experimentieren – sei es mit neuen Getränken, anderen Präsentationsformen oder ungewöhnlichen Kooperationen. Nicht jede Idee wird sich durchsetzen. Aber ohne solche Versuche lässt sich der Markt kaum weiterentwickeln.
Auch Weinkontor Freund erweitert sein Sortiment im No- und Low-Alcohol-Bereich. Dirk Röhrig präsentierte auf der Eurovino unter anderem einen Moscato Frizzante aus dem Piemont, der mit Mango-, Pfirsich- oder Zitronenpüree kombiniert wird. Er ist minimal filtriert, hat rund sechs Volumenprozent Alkohol und ist für unkomplizierte Trinkmomente gedacht.
„Das ist ein Produkt, das selbst ich mir vorstellen kann, im Sommer richtig gern zu trinken: schön kalt, mit Eiswürfeln und nur sechs Prozent Alkohol. Und man muss zu Hause nichts mehr groß mixen“, so Röhrig.
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Im Fachhandel eignet sich deer Moscato Frizzante gut für Frühling und Sommer, etwa für Zweitplatzierungen oder saisonale Aktionen.
Daneben bringt Weinkontor Freund auch Ready-to-drink-Spritz-Varianten von Abstinence aus Südafrika auf den Markt, unter anderem in kleinen 0,2-Liter-Flaschen. Gerade für Gastronomie und Events sieht Röhrig darin Vorteile.
„Viele haben Hemmungen, eine große Flasche zu öffnen, wenn sie nicht wissen, ob sie schnell leer wird. Mit der kleinen Flasche fällt dieses Risiko weg.“
Dirk Röhrig, Weinkontor Freund
Für Röhrig zeigen solche Produkte vor allem eines: weniger Alkohol, einfache Zubereitung und Getränke, die ohne großen Aufwand funktionieren.
Was bedeutet diese Entwicklung von No- und Low-Alkohol für die Branche?
Die vielen neuen No- und Low-Produkte zeigen, wie stark sich die Trinkgewohnheiten verändert haben. Die Menschen verzichten nicht unbedingt komplett auf Wein – sie trinken ihn nur anders: häufiger als Aperitif, als Spritz oder bewusst mit weniger Alkohol.
Für Betriebe eröffnet das neue Anlässe. Spritz-Getränke, alkoholfreie Varianten oder leichtere Weine funktionieren besonders gut bei Veranstaltungen, in Weinbars oder als Aperitif in der Gastronomie.
Gleichzeitig wächst der Druck, qualitativ überzeugende Produkte anzubieten. Süße, aromatische Ersatzgetränke reichen vielen Gästen längst nicht mehr aus.
Wer hier früh anfängt zu experimentieren, gewinnt Erfahrung und findet schneller heraus, welche Produkte im eigenen Betrieb funktionieren.
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Verpackung wird Strategie: Dose, Pfand und Vermarktung
Neben den neuen Getränken fällt auf der Eurovino eine zweite Entwicklung auf: Viele Betriebe verwenden Verpackungen, die Wein leichter zugänglich machen – sei es im Handel, auf Events oder unterwegs.
Weinton: Eine neue Pfandflasche für Wein – innen Glas, außen rPET
Das Unternehmen Weinton hat eine Weinflasche entwickelt, die sich über das bestehende DPG-Pfandsystem zurückgeben lässt. Die technische Lösung kombiniert zwei Materialien: Innen befindet sich eine Glasbeschichtung, während eine Hülle aus recyceltem PET die Flasche von außen stabilisiert.
Im Lebensmitteleinzelhandel kämpfen viele Weinproduzenten mit Logistik und Rücknahme. Eine Pfandflasche könnte diese Prozesse deutlich vereinfachen, da sie über die bestehenden Automaten zurückgegeben werden kann. Gleichzeitig bleibt der Wein durch die Glasbeschichtung sensorisch geschützt.
„Die Flasche lässt sich über das bestehende DPG-Pfandsystem zurückgeben und vereinfacht damit Logistik und Rücknahme im Handel deutlich.“
Dr. Janina Krick, Weinton
Auch beim Recycling wurde das System mitgedacht. Dr. Janina Krick, die an der Entwicklung beteiligt ist, erklärte auf der Eurovino, dass sich die dünne Glasschicht im Recyclingprozess wieder löst. Das Material wird zunächst gepresst, geschreddert und anschließend gewaschen, wodurch sich die Beschichtung trennt.
Diese Idee überzeugte auch die Jury des „New & Different – EUROVINO Innovation & Marketing Awards“. Weinton gewann sowohl bei der Experten- als auch bei der Studierendenjury in der Kategorie „Beste Innovation im Weinmarketing“ und erhielt zusätzlich die Auszeichnung für die „Beste Produktpräsentation am POS“ der Expertenjury.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie stark sich der Fokus im Weinmarkt verschiebt: Verpackung und Vertriebssysteme werden zunehmend Teil der Produktstrategie.
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Vinocan: Hochwertiger Wein in der Dose wird plötzlich ernst genommen
Ein Thema, das auf der Eurovino 2026 deutlich mehr Aufmerksamkeit erhält als in den Vorjahren, ist Wein in der Dose.
Für Michael Groß von Vinocan liegt der Grund auf der Hand:
„Die klassischen Absatzwege im Weinmarkt sind rückläufig. Also brauchen wir neue Wege, dazu gehören auch neue Verpackungsformen.“
Mit der Dose reagiert die Branche auf Situationen, in denen eine Flasche unpraktisch ist, beispielsweise auf Festivals, in Hotels, bei Events oder bei spontanen Trinkmomenten unterwegs.
Entscheidend ist dabei der Impuls: Jemand möchte einfach ein Glas Wein trinken, ohne eine ganze Flasche öffnen zu müssen.
Neu ist vor allem die Produktionsweise. Moderne Anlagen sterilisieren die Dose, begasen sie mit CO₂ und füllen sie vollautomatisch ab. Dadurch werden hygienische Standards erreicht, die früher bei kleinen Projekten früher oft fehlten.
Gleichzeitig sinkt die Einstiegshürde für Weingüter. Bereits ab einer Menge von rund 3.000 Dosen können sie ihre eigenen Produkte bei Vinocan herstellen lassen.
Laut Michael Groß nutzen viele Betriebe die Dose zunächst als Marketinginstrument und versehen sie beispielsweise mit einem QR-Code, der zu einer Landingpage oder einem Promotioncode führt, der direkt zum Onlineshop leitet.
Groß beobachtet bereits jetzt eine Dynamik im Markt. Zum Zeitpunkt der Eurovino Anfang März 2026 haben rund 20 Weinbaubetriebe mit dem System gearbeitet. Nach der ProWein Mitte März 2026 könnten es deutlich über hundert sein.
Damit verändert sich die Rolle der Dose. Sie dient nicht nur als Verpackung, sondern auch als Probierformat, Marketingtool und Türöffner für neue Zielgruppen.
Der „New & Different – Eurovino Innovation & Marketing Award“ zeichnet starke Ideen rund um Vermarktung und Verpackung aus
Wie wichtig Vermarktung inzwischen geworden ist, zeigt auch der „New & Different – Eurovino Innovation & Marketing Award“, der 2026 zum zweiten Mal verliehen wurde. Anders als klassische Weinpreise zeichnet er nicht den Wein selbst, sondern Ideen rund um Produktgestaltung, Verpackung, Präsentation und Marketing aus.
Die Jury arbeitet in zwei Gruppen: einer Expertenjury aus der Branche sowie Studierenden der Hochschule Heilbronn im Studiengang Weinmarketing und Management. Ich war in diesem Jahr Teil der Expertenjury.

New & Different – Eurovino Innovation & Marketing Award 2026: Das sind die ausgezeichneten Konzepte
Beste Produktgestaltung:
- Experts’ Choice: Benique, gestaltet von Frau Z. Kommunikationsdesign für die Enzmann Winery
- Young Choice: Weingut Schlumberger – GUTedel Bag in Box
Beste Verpackung:
- Experts’ Choice: Schenk GmbH – Masso Antico „Ice“
- Young Choice: Staatsweingut Freiburg – Mehrwegpfandflasche
Beste Produktpräsentation am POS:
- Experts’ Choice: Weinton – DPG-Weinpfandflasche
- Young Choice: Weingut Ellermann-Spiegel – Vinothek „Windrose“
Beste Marketingkampagne:
- Experts’ Choice: Kuhn Weingut – Black Forest Spritz
- Young Choice: Manufaktur Jörg Geiger – Teasecco „Tradition auf Pfoten“
Beste Innovation im Weinmarketing:
- Experts’ Choice und Young Choice: Weinton – DPG-Weinpfandflasche
Der Award zeigt damit sehr deutlich, was auf der Eurovino insgesamt sichtbar wird:
Nicht nur der Wein selbst verändert sich, sondern auch Verpackung, Präsentation und Vermarktung entwickeln sich weiter.
Wie Betriebe ihren Wein präsentieren und darüber erzählen, entscheidet zunehmend über ihre Wahrnehmung am Markt.
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Was bedeuten neue Verpackungen für Weinbetriebe?
Neue Verpackungen lösen ganz praktische Probleme. Pfandsysteme erleichtern dem Handel die Logistik. Dosen bringen Wein in Situationen, in denen Glasflaschen unpraktisch sind – etwa auf Festivals, in Hotels oder bei Events.
Für viele Betriebe entsteht dadurch ein zusätzlicher Marketingkanal. Eine Dose mit QR-Code oder eine ungewöhnliche Verpackung erreicht Menschen, die sonst kaum mit Wein in Kontakt kommen würden.
Der Wein selbst bleibt entscheidend. Doch wie er präsentiert wird und wo er auftaucht, beeinflusst immer stärker, ob Konsumenten ihn überhaupt wahrnehmen.
Eurovino 2026: Der Weinmarkt schafft neue Trinkmomente
Die Eurovino 2026 macht deutlich, dass der Wandel der Branche nicht nur im Weinberg stattfindet.
Viele Betriebe arbeiten derzeit an zwei Stellschrauben gleichzeitig. Einerseits entwickeln sie Getränke mit weniger Alkohol, die neue Trinkmomente bedienen, andererseits testen sie Verpackungen und Formate, die Wein in andere Situationen bringen.
Beide Ansätze verfolgen ein gemeinsames Ziel: Wein dort sichtbar zu machen, wo Konsument:innen heute entscheiden, was sie trinken.
Mein Messe-Sparring: Marktentwicklungen erkennen und gezielt nutzen
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Hier kannst du meinen ersten Blogbeitrag über die Eurovino 2026 lesen: „Kooperationen und ein Klavierkonzert in Steillagen – wie Weinbetriebe neue Wege erschließen.”
Bilder: Johanna Wies, Markus Mokinski, Messe Karlsruhe / Jürgen Rösner
Johanna Wies
Kommunikations-Sparring • Journalistin
Am Rüppurrer Schloß 5
76199 Karlsruhe

