Als großer Applaus für meinen Beitrag zum Thema Frauen in der Landwirtschaft einsetzte, war ich einfach nur glücklich und sehr gerührt. / Foto: Mo Wüstenhagen
Als großer Applaus für meinen Beitrag zum Thema Frauen in der Landwirtschaft einsetzte, war ich einfach nur glücklich und sehr gerührt. / Foto: Mo Wüstenhagen

Eine Recherche, die nicht losließ und jetzt ausgezeichnet wurde

Für meinen ersten Beitrag über die Situation vieler Frauen in der Landwirtschaft wurde ich von der Deutschen Fachpresse als Fachjournalistin des Jahres 2026 ausgezeichnet. Doch mindestens genauso bewegend wie die Preisverleihung waren die Reaktionen auf die Recherche – und die Entscheidung einer Frau, ihre Geschichte künftig nicht länger anonym erzählen zu wollen.

Hintergrund-Story zum Beitrag über Risiken für Frauen in der Landwirtschaft „Lieber einmal unromantisch als für immer arm“, ausgezeichnet mit dem 2. Platz beim Preis „Fachjournalist:in des Jahres 2026“ 

Ich traute meinen Ohren nicht. Das darf nicht wahr sein! Vor rund dreieinhalb Jahren hörte ich zum ersten Mal von der Situation vieler Frauen in der Landwirtschaft.

Frauen sind in unserer Gesellschaft noch immer nicht gleichberechtigt. In einem Vortrag von Lena Göth auf der Winzer-Service-Messe 2023 erfuhr ich damals zum ersten Mal von den enormen Risiken, denen viele Frauen in der Landwirtschaft ausgesetzt sind.

Lena Göth stieß mich auf das Thema

Damals wusste ich sofort: Darüber muss ich berichten. Dass mich diese Recherche einmal bis zur Auszeichnung als Fachjournalistin des Jahres 2026 führen würde, hätte ich natürlich nie gedacht.

Das Thema ließ mich nicht los. Irgendwann nahm ich den Recherchefaden wieder auf und habe ihn von da an intensiv und mit viel Herzblut weitergesponnen.

Für die Studie „Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland – Leben und Arbeit, Herausforderungen und Wünsche“ wurden mehr als 7.000 Frauen befragt. Ich habe ausführlich mit der Mitautorin Dr. Zazie von Davier vom Thünen-Institut in Braunschweig gesprochen. Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um tief verwurzelte Strukturen.

Lena Göth begleitete meine Recherche von Anfang an. Sie hat mich nicht nur auf das Thema aufmerksam gemacht, sondern half mir auch in langen Gesprächen dabei, viele Zusammenhänge besser zu verstehen.

Lena wuchs auf einem Weingut in Rheinhessen auf und beobachtete schon früh, wie unterschiedlich Mädchen und Jungen behandelt wurden. Daher wollte sie ihrem Pädagogikstudium eigentlich der Landwirtschaft den Rücken kehren. Sie sagt sogar gerne: „Wenn mich jemand gefragt hätte, in wen ich mich auf keinen Fall verlieben möchte, dann ist das ein Winzer.“

Doch wie das Leben so spielt, verliebte sie sich schließlich doch in einen. Umso wichtiger ist es den Beiden, ihre gemeinsame Zukunft bewusst zu gestalten. Bevor sie im Sommer 2025 geheiratet haben, schufen sie klare rechtliche und finanzielle Strukturen, die beiden Sicherheit geben.

„Es geht eben nicht immer irgendwie gut.“

Eine weitere wichtige Gesprächspartnerin war Wiebke Wennemer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Als sozioökonomische Beraterin begleitet sie seit vielen Jahren Frauen und Familien in schwierigen Situationen.

Sie lebt selbst, was sie anderen empfiehlt. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie Vermögen und Betrieb bewusst getrennt. Ihr Geld investierte sie in eine Eigentumswohnung statt in den Hof. Testament, Vorsorgevollmacht und regelmäßige Gespräche über Vermögen und Absicherung gehören für sie selbstverständlich dazu. Ein wichtiger Satz von ihr ist:


Das größte Risiko ist zu glauben: Es wird schon irgendwie gutgehen. Aber das tut es eben nicht immer.

Wiebke Wennemer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen


Wiebke Wennemer wünscht sich, dass viele Frauen deutlich früher zu ihrer Beratung kämen. Denn dann ließen sich viele Probleme angehen, bevor sie existenzbedrohend werden.

Die schwierigste Recherchefrage

Für meinen Beitrag wollte ich die Herausforderungen nicht nur mit Studien, Zahlen und Expertinnenstimmen beschreiben, und einem Positivbeispiel. Ich wollte auch mit einer Frau sprechen, die selbst betroffen ist.

Genau das erwies sich als der schwierigste Teil der gesamten Recherche. Viele Frauen schämen sich, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Umso wichtiger erscheint es mir, das Thema sichtbar zu machen.

Denn die Probleme entstehen nicht durch individuelles Versagen, sie sind häufig strukturell gewachsen. Selbst wenn das Bewusstsein dafür vorhanden ist, fällt es vielen schwer, gegen tief verwurzelte Strukturen anzukommen.

Für meine Suche kam dann die große Wende beim Sommerfest von Vinissima Frauen & Wein 2023 in Esslingen. Ich erzählte der Pressereferentin Christiane Meister-Mathieu von meiner Recherche und meiner Suche nach einer betroffenen Frau. Sie nannte mir einen Kontakt, die ich unbedingt ansprechen sollte.

Kurz darauf kontaktierte ich sie – und siehe da, tatsächlich wollte sie mir von ihren Erfahrungen berichten. Das Gespräch war sehr eindringlich. Ehrlich gesagt, fiel es mir teilweise schwer, das zu hören, was sie erlebt hatte. Umso mehr, weil ich weiß, dass es bei weitem kein Einzelfall ist.

Vor allem hat mich erschüttert, wie selbstverständlich ihr damaliger Mann, ein Landwirt, erwartet hat, dass sie immer weiterfunktioniert. Sie sollte unterstützen, mitarbeiten und zurückstecken. Ihre eigenen Bedürfnisse spielten kaum eine Rolle. Selbst nach der Geburt eines Kindes machte sie möglichst schnell weiter, anstatt sich zu erholen. Im Laufe des Gesprächs wurde deutlich, wie sehr ihr das über die Jahre zugesetzt hatte.

Für die Veröffentlichung wollte sie gerne anonym bleiben. Später sollte sich das ändern…

„Du brauchst eine zweite Betroffene, das macht man so.“

Eine ganze Weile versuchte ich, eine weitere betroffene Frau für den Beitrag zu finden. Denn ich wollte den Rat befolgen: „Du brauchst eine zweite Betroffene, das macht man so in einem Feature.“

Irgendwann beschloss ich jedoch, es dabei zu belassen. Die Recherche hatte längst genug wertvolle Erkenntnisse und starke Geschichten hervorgebracht. Deshalb war es mir wichtiger, einen guten Beitrag zu erstellen, als vermeintlichen Regeln zu folgen. Dann sollte der Text eben nicht jedem Lehrbuchbeispiel eines Features entsprechen.

Genau das war dann die nächste Herausforderung: Aus all den Interviews, Studien, Gesprächen und Notizen einen lesbaren und verständlichen Beitrag zu machen. Viele spannende Geschichten, Hintergründe und Erkenntnisse fanden am Ende keinen Platz im Artikel.

Die E-Mail, die ich nicht glauben konnte.

Die vielen positiven Rückmeldungen bestärkten mich darin, nach passenden Journalismuspreisen zu suchen. Also reichte ich meinen Beitrag beim Award „Fachjournalist:in des Jahres 2026“ der Deutschen Fachpresse ein.

Trotzdem hätte ich nie damit gerechnet, tatsächlich ausgezeichnet zu werden. Umso fassungsloser war ich, als Ende April die Nachricht kam: „Liebe Frau Wies, die Jury des Awards ,Fachjournalist:in des Jahres 2026‘ hat in der vergangenen Woche getagt und Sie gehören mit Ihrem Beitrag ,Lieber einmal unromantisch als für immer arm‘ zu den glücklichen Gewinnern! Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Awards ,Fachjournalist:in des Jahres 2026‘ und Ihrer Platzierung auf dem 2. Platz!“

Ich musste die Nachricht mehrmals lesen. Und noch einmal. Wirklich glauben konnte ich sie lange nicht.  

Und dann stand meine Recherche auf der großen Bühne in Berlin.

Die Preisverleihung fand am 21. Mai 2026 im Rahmen der B2B Media Days in der Berliner Kulturbrauerei statt. Je näher der Termin rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ich würde vor vielen Menschen auf der Bühne stehen, Fragen beantworten, die ich vorher nicht kannte, einen Preis für meinen Beitrag entgegennehmen und über ein Thema sprechen, das mich seit Jahren beschäftigt und mir sehr am Herzen liegt.

Mit dem Award „Fachjournalist:in des Jahres 2026“ würdigt die Deutsche Fachpresse herausragende journalistische Beiträge, die durch fundierte Recherche, sprachliche Qualität, Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit komplexen Themen sowie ihre aktuelle Relevanz überzeugen.

In diesem Jahr würdigte die Fachjury Beiträge, die sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigen: vom Wandel migrantisch geprägter Supermärkte zu expandierenden Handelsunternehmen über die fehlende rechtliche Absicherung vieler eingeheirateter Frauen in der Landwirtschaft bis hin zu den Vorbereitungen des Gesundheitswesens auf Terror- und Krisenszenarien durch groß angelegte Sicherheitsübungen.

Juryvorsitzender Prof. Dr. Lutz Frühbrodt sprach in seiner Laudatio von „drei echten Perlen“, die viel über den aktuellen Zustand der Gesellschaft erzählten. Gerade darauf sei er mit Blick auf Fachmedien besonders stolz: „Man denkt oft, das sind alles hochspezifische Themen nur für einzelne Berufsgruppen. Aber gleichzeitig haben diese Artikel einen sehr starken Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.“

„Wer schaut regelmäßig Bauer sucht Frau?“

Als mein Beitrag aufgerufen wurde, stieg meine Aufregung schlagartig. Dann begann Lutz Frühbrodt mit seiner Laudatio, die mich sehr bewegt hat. „Wer schaut regelmäßig ‚Bauer sucht Frau‘?“, fragte er das Publikum. Einige Hände gingen nach oben. Doch gleich schob er die nächste Frage hinterher: Wer sei eigentlich überzeugt, dass die dort gezeigte romantische Liebe auch wirklich echt sei? Da seien vielleicht eher Zweifel.

Dann spannte Frühbrodt den Bogen zu meiner Recherche. Viele Höfe seien noch immer von traditionellen Rollenverteilungen geprägt. „Der Mann kümmert sich um den Acker und ums Geschäft, die Frau ist für den Rest zuständig – die Kinder, die Versorgung, die vielen Hilfsdienste.“

Und wem gehöre am Ende der Hof, wenn der Hausherr nicht mehr da sei? „Den Söhnen. Manchmal nur einem von ihnen. Richtig geraten.“

Surreal war für mich, die Zahlen aus meiner eigenen Recherche plötzlich auf einer großen Bühne zu hören. „Über 80 Prozent der verheirateten Frauen in der Landwirtschaft haben keine rechtliche Absicherung für den Fall einer Trennung.“ Unverheiratete Frauen seien mitunter noch schlechter dran.

Was die Jury besonders überzeugt hat

Besonders gefreut hat sein Urteil über den Beitrag. Die Recherche arbeite die Missstände anhand konkreter Fallbeispiele heraus und ergänze sie um wissenschaftliche und beratende Perspektiven. Dadurch entstehe ein Artikel, der „hervorragend lesbar“, „glasklar aufgebaut“ und trotz rechtlich komplexer Sachverhalte sehr verständlich sei.


„Die Autorin arbeitet die Missstände anhand konkreter Fallbeispiele heraus und ergänzt sie um wissenschaftliche und beratende Perspektiven. Dadurch entsteht ein Artikel, der hervorragend lesbar, glasklar aufgebaut und trotz rechtlich komplexer Sachverhalte sehr verständlich ist.“

Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Juryvorsitzender beim Award „Fachjournalist:in des Jahres 2026“


Ebenso wichtig war der Jury, dass der Beitrag nicht bei den Problemen stehen bleibt. Die Recherche mache auch konstruktive Vorschläge, wie Frauen und Männer auf landwirtschaftlichen Betrieben gemeinsam Lösungen finden könnten. „Am Anfang steht das Wort“, sagte Frühbrodt. Gemeinsame Regelungen, die Frauen ein faires Auskommen garantierten, könnten letztlich auch die Männer entlasten – „auch psychisch übrigens“. Denn Burnout sei längst auch „ein Phänomen auf dem Acker oder am Weinstock“. Auch das sei eine wichtige Erkenntnis, die man aus dem Beitrag mitnehmen könne.

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„Viele Frauen freuen sich, wenn jemand dem Thema eine Stimme gibt.“

Nun war es endlich so weit: Ich durfte auf die Bühne kommen und den Preis entgegennehmen. Lutz Frühbrodt gratulierte mir und fragte nach den Reaktionen auf die Recherche. „Man kann sich ja vorstellen, dass Sie einerseits sehr viel Zuspruch bekommen haben“, sagte er, „und andererseits natürlich vielleicht auch so ein gewisses Aufbegehren, typische Reaktionen aus der rechten Ecke.“

Ich war noch immer sehr aufgeregt, was völlig in Ordnung war. Trotzdem antwortete ich recht gelassen: „Mit den Stimmen aus bestimmten Ecken rechne ich inzwischen. Bisher habe ich aber vor allem viel positive Resonanz erhalten.

Gerade weil das Thema für viele Frauen bislang weitgehend unsichtbar geblieben ist, fallen die Rückmeldungen oft so deutlich aus. „Es ist eben oft eine unsichtbare Krise“, sagte ich auf der Bühne. Daher freuen sich viele Frauen natürlich sehr, wenn dem Thema endlich jemand eine Stimme gibt.“


„Daher freuen sich viele Frauen natürlich sehr, wenn dem Thema endlich jemand eine Stimme gibt.“

Johanna Wies


Als daraufhin großer Applaus einsetzte, war ich einfach nur glücklich und bewegt. Nicht nur über die Auszeichnung, sondern auch darüber, dass meine Arbeit und dieses Thema auf dieser großen Bühne so viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhielten.

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Es gab weitere Veröffentlichungen – weitere folgen hoffentlich noch.

Frühbrodt fragte nach, ob inzwischen auch andere Fachmedien auf die Recherche aufmerksam geworden sind. Tatsächlich wurde der Beitrag bisher von sechs weiteren Weinbau- und Agrarmedien veröffentlicht.

Außerdem erzählte ich von meinem zweiten Beitrag zum Thema, in dem ich die Lösungsansätze deutlich ausführlicher beleuchtet habe.

Zum Abschluss bezeichnete Lutz Frühbrodt die Recherche als „Nutzwert der etwas anderen Art“ und gratulierte mir noch einmal.   

Gleichberechtigung betrifft alle Fachbereiche  

Mindestens genauso wertvoll wie die Preisverleihung selbst waren für mich die Gespräche danach. Jurymitglied Sarah Gottschalk erklärte mir noch einmal, warum der Beitrag die Jury überzeugt hatte: „Ich fand den Text super gehaltvoll, allein schon, weil das Thema so enorm wichtig ist.“

Für sie reicht die Bedeutung des Themas weit über Landwirtschaft und Weinbau hinaus. „Es ist ein Thema, über das wir deutlich mehr reden müssen. Gleichberechtigung von Frauen ist ein grundlegendes gesellschaftliches Thema, das alle Fachbereiche betrifft.“


Es ist ein Thema, über das wir deutlich mehr reden müssen. Gleichberechtigung von Frauen ist ein grundlegendes gesellschaftliches Thema, das alle Fachbereiche betrifft.“

Sarah Gottschalk, Jurymitglied beim Award „Fachjournalist:in des Jahres 2026“


Sie fand die Folgen fehlender Absicherung besonders eindrücklich: Altersarmut, fehlende Rentenansprüche oder die Situation von Frauen nach einer Trennung oder dem Tod des Partners. „Wenn der Mann stirbt und es kein Testament gibt, dann steht man auf einmal vor dem Nichts und hat vielleicht nie etwas in die Rentenkasse eingezahlt.“

Sehr gelungen war für sie und die Jury, dass die Recherche diese strukturellen Probleme anhand des sehr expliziten Beispiels des Pärchens hervorhebt, das habe den Beitrag besonders stark gemacht.

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Die Recherche trifft einen Nerv   

Auch die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher haben mich sehr bewegt. So sprach mich beispielsweise eine Kongressbesucherin spontan an. „Ich fand es ganz toll, was Sie da geschrieben haben“, sagte sie zu mir. Ihre Schwägerin sei ebenfalls Bäuerin gewesen, habe wahnsinnig viel mit ihrem Mann gearbeitet, circa 50 Jahre lang. „Heute verdient sie nur sehr wenig Geld und bezieht eine geringe Rente. Es ist wirklich schwierig. Dabei haben die beiden immer absolut gleichberechtigt zusammengearbeitet.“


Meine Schwägerin war Bäuerin und hat rund 50 Jahre lang absolut gleichberechtigt mit ihrem Mann gearbeitet. Heute verdient sie nur sehr wenig Geld und bezieht eine sehr geringe Rente.

Besucherin der B2B Media Days von der Deutschen Fachpresse


Ein anderer Besucher sagte mir, wie schön er es gefunden habe, dass man auf der Bühne gespürt habe, wie sehr mich das Thema berührt. Die Begegnungen des Abends haben mir noch einmal gezeigt, dass die Recherche einen Nerv trifft. Nicht nur in der Landwirtschaft oder im Weinbau, sondern weit darüber hinaus.

„Wieso müssen wir uns dafür schämen!?“ – Die Frau hinter der anonymen Geschichte

Die vielen herzlichen und wertschätzenden Glückwünsche nach der Preisverleihung haben mich sehr gefreut. Besonders bewegt mich eine Sache: Die Frau, die ihre Geschichte für meinen Beitrag ursprünglich nur anonym erzählen wollte, teilte mir mit, dass ich ihren Namen inzwischen nennen darf.

Wieso? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen habe sie festgestellt, dass ohnehin viele Menschen in ihrem Umfeld ahnten, wer sich hinter der Geschichte verbirgt. Vor allem aber hätten sie zahlreiche Gespräche der vergangenen Monate sehr berührt und bestärkt, unter anderem mit Lena Göth und Alexandra Frobel im Rahmen der #MeToo-Veranstaltungsreihe von Vinissima. Auch das Lesen meines Beitrags habe sie bewegt.

Heute sagt Charlotte Himmel, Geschäftsstellenleitung bei Vinissima Frauen & Wein e.V.: „Mein Empfinden ist mittlerweile, wie Lena Göth auch sagt: Wieso müssen wir uns dafür schämen? Wieso soll ich mich dafür schämen, was er mir angetan hat?“


Wieso müssen wir uns dafür schämen? Wieso soll ich mich dafür schämen, was er mir angetan hat?

Charlotte Himmel, Vinissima Frauen & Wein


Sie hat mir zudem erzählt, dass sie beim Vinissima-Netzwerkwochenende Anfang des Jahres mit einer weiteren Frau ins Gespräch kam, die eine ähnliche Geschichte erlebt hatte. „Wir sind echt nicht alleine. Gemeinsam sind wir stark.“

Daher hat sie sich dazu entschlossen, „hoffentlich auch dazu beizutragen, dass es weniger Frauen passiert, besonders jungen Frauen.“


Hoffentlich kann ich dazu beitragen, dass es weniger Frauen passiert, besonders jungen Frauen.

Charlotte Himmel, Vinissima Frauen & Wein


Ich will das Thema weiter publik machen

Mit den beiden veröffentlichten Beiträgen ist die Arbeit für mich nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Ich möchte weiterhin darüber aufklären, warum mehr Gleichberechtigung in der Landwirtschaft notwendig ist. Dafür kann ich mir weitere Beiträge, Bildungsformate, Vorträge und andere Formate vorstellen.

Die Bedeutung des Themas reicht dabei weit über einzelne Betriebe hinaus. Es trägt direkt zum Nachhaltigkeitsziel SDG 5 der Vereinten Nationen bei: die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen.

Passend dazu haben die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. Für mich ist das ein zusätzlicher Anlass, die Diskussion weiter voranzubringen – aber natürlich weit über dieses Jahr hinaus.

Aktuell suche ich Kooperationen, Fördermöglichkeiten und Partnerinnen und Partner, die dazu beitragen möchten, das Thema weiter voranzubringen. Du möchtest mit mir dazu zusammenarbeiten? Dann freue ich mich über eine E-Mail an text@johanna-wies.de.

Hier findest du alle Details zur Recherche und den Beitrag zum Lesen.

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Meine nächste große Recherche: Mentale Gesundheit in der Landwirtschaft

Während meiner Recherche wurde deutlich: Wer über wirtschaftlichen Druck, Verantwortung und fehlende Absicherung spricht, landet oft auch bei der mentalen Gesundheit.

Seit vielen Monaten spreche ich deshalb mit Menschen aus der Branche über psychische Belastungen in der Landwirtschaft. Ich möchte verstehen, wodurch sie entstehen, wie sie zusammenhängen und was helfen kann.

Für die Erstveröffentlichung suche ich derzeit ein reichweitenstarkes Medium.

Zudem suche ich Partnerinnen und Partner, die das Thema gemeinsam mit mir in weiteren Veröffentlichungen, Bildungsangeboten, Veranstaltungen oder anderen Formaten voranbringen möchten. Interesse? Dann freue ich mich über eine E-Mail an text@johanna-wies.de.

Warum immer mehr Frauen der Landwirtschaft den Rücken kehren

Immer mehr Frauen kehren den Höfen den Rücken. Viele möchten nicht mehr dauerhaft enorme Verantwortung tragen, ohne dafür ausreichend abgesichert oder anerkannt zu werden.

In meinem zweiten Beitrag zeige ich, wie sich die Situation von Frauen in der Landwirtschaft verbessern lässt. Dafür habe ich zusätzlich mit Mara Walz vom Weingut Walz sowie der Mediatorin und Konfliktberaterin Eva Hock gesprochen.

Den Beitrag mit detaillierten konkreten Lösungsansätzen findest Du in Kürze hier.

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Branche einordnen. Position schärfen. Mit Haltung kommunizieren.

Die Branchen Food, Wein und Nachhaltigkeit verändern sich rasant: Es gibt neue Konsumgewohnheiten, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen und neue Marktstrukturen.

Viele Unternehmen spüren diese Entwicklungen, doch im Alltag fehlt oft die Zeit, sie wirklich zu durchdringen und kommunikativ klug zu nutzen.

Als Journalistin, Texterin und Sparringspartnerin für Kommunikation begleite ich Unternehmen, Organisationen und Marken dabei, Dynamiken in der Branche einzuordnen, Themen strategisch zu schärfen und daraus klare, glaubwürdige Inhalte zu entwickeln.

Denn gute Kommunikation macht nicht nur sichtbar, sie zeigt auch Haltung.

text@johanna-wies.de
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Johanna Wies

Kommunikations-Sparring Journalistin

Am Rüppurrer Schloß 5
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