Frauen in der Landwirtschaft: Wie strukturelle Ungleichheiten die Betriebe prägen
Die Ausgangslage: Wenn Frauen Familienbetrieben mittragen, aber oft im Hintergrund bleiben
Der Fachbeitrag „Lieber einmal unromantisch als für immer arm“ macht deutlich, welchen strukturellen Risiken viele Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben ausgesetzt sind. Er zeigt, wie tief traditionelle Rollenbilder in der Landwirtschaft weiterhin verankert sind. Zudem präsentiert er Wege zu mehr Gleichstellung und Absicherung.
Der Artikel erschien zuerst in Das Deutsche Weinmagazin und wurde anschließend in folgenden weiteren Wein- und Landwirtschaftsmedien veröffentlicht: Der Badische Winzer, LandInForm. Magazin für ländliche Räume, Rebe & Wein (Titelthema), Badische Bauernzeitung, Landwirtschaftliches Wochenblatt Hessen und agrar heute.
Die Herausforderung: Ein sensibles Thema differenziert sichtbar machen
Das Thema ist komplex und sensibel zugleich. Es geht um Beziehungen, Familienstrukturen, Hofnachfolge, wirtschaftliche Abhängigkeit, Care-Arbeit, Altersarmut und psychische Belastung – oft in sehr traditionellen Systemen, in denen Arbeit und Privatleben kaum voneinander zu trennen sind.
Meine Herausforderung bestand darin, diese vielschichtigen Zusammenhänge journalistisch fundiert, verständlich und differenziert sichtbar zu machen – ohne zu vereinfachen oder Schuldzuweisungen zu bedienen.
Denn die Probleme sind selten individuell. Sie sind strukturell gewachsen.
Der Beitrag sollte deshalb nicht nur Missstände sichtbar machen, sondern auch erklären, warum diese Abhängigkeiten entstehen, welche Rolle traditionelle Strukturen dabei spielen und weshalb die fehlende Absicherung vieler Frauen langfristig die Zukunftsfähigkeit der gesamten Branche betrifft.
Ausgangspunkt der Recherche: ein Vortrag von Familienunternehmerin Lena Göth
Der Anstoß für die Recherche war ein Vortrag der landwirtschaftlichen Familienunternehmerin Lena Göth von Lena & Sebastian, einer Marke des rheinhessischen Weinguts Baum, über strukturelle Risiken für Frauen in der Landwirtschaft.
Es folgten zahlreiche vertiefende Gespräche mit ihr, mit weiteren Akteurinnen sowie intensive Hintergrundrecherchen.
Schnell wurde deutlich: Hinter vielen persönlichen Geschichten stehen tief verankerte strukturelle Probleme, über die bislang viel zu wenig gesprochen wird.
Meine Aufgabe: Forschung, persönliche Erfahrungen und Praxis zusammenführen
Der Beitrag verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse, persönliche Geschichten sowie Perspektiven aus den Bereichen Beratung, Weinbau und Landwirtschaft. Er ordnet strukturelle, rechtliche und gesellschaftliche Fragen journalistisch ein, die von fehlender sozialer Absicherung über Hofnachfolge bis hin zu Care-Arbeit und mentaler Belastung reichen.
Dazu gehörten Gespräche mit:
- Lena Göth, landwirtschaftliche Familienunternehmerin, Lena & Sebastian, Weingut Baum
- Dr. Zazie von Davier, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Mitautorin der Thünen-Studie „Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland – Leben und Arbeit, Herausforderungen und Wünsche“
- Wiebke Wennemer, Beraterin bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
- Einer Frau aus der Landwirtschaft, die selbst von fehlender Absicherung betroffen war
Die Zielgruppe: Menschen aus Landwirtschaft, Weinbau, Beratung und Verbänden
Der Fachbeitrag richtet sich an Menschen aus Landwirtschaft, Weinbau, Beratung, Verbänden, Politik und ländlicher Entwicklung sowie an alle, die sich mit Gleichstellung, sozialer Absicherung und den Zukunftsfragen in der Landwirtschaft beschäftigen.
Die Wirkung: Sichtbarkeit für ein lange unterschätztes Thema erhöhen
Der Beitrag soll dazu beitragen dem Thema mehr Sichtbarkeit zu geben – innerhalb der Branche, aber auch darüber hinaus. Er gibt Einblicke in oft wenig sichtbare Lebens- und Arbeitsrealitäten auf den Betrieben.
In Weinbau und Landwirtschaft stieß der Artikel auf große Resonanz. Auch aus den Redaktionen erhielt ich die Rückmeldung, dass der Beitrag auf sehr großen Zuspruch gestoßen sei und viele Leser:innen bewegt habe.
Das zeigt, wie hoch der Bedarf nach offeneren Gesprächen über Gleichstellung, Absicherung und strukturelle Belastungen in der Landwirtschaft ist.
Entscheidend dabei ist:
Der Beitrag soll nicht gegen die Landwirtschaft arbeiten, sondern Entwicklungen sichtbar machen, die die gesamte Branche betreffen.
„Als Lena Göth mich zum ersten Mal auf das Thema aufmerksam gemacht hat, wusste ich: Darüber muss ich berichten“, sage ich heute rückblickend. „Mich hat erschüttert, wie tief die Ungleichheiten reichen und wie wenig über die damit verbundenen Risiken gesprochen wird.“
Stimmen aus der Branche: Klartext über Abhängigkeit und bessere Absicherung
Die folgenden Stimmen sind Auszüge aus den Interviews im Beitrag, der zuerst in der Ausgabe 13 vom 21. Juni 2025 von Das Deutsche Weinmagazin erschienen ist. Weitere Einblicke finden sich im PDF unten auf der Seite.
„Gleichstellung ist kein Geschenk an Frauen, sondern ein gerechteres, gesünderes System für alle.“
Lena Göth, Lena & Sebastian
„Wer gleichzeitig im Betrieb, im Haushalt und in der Familie arbeitet – oft ohne Absicherung – trägt eine enorme Last.“
Dr. Zazie von Davier, Thünen-Institut
„Ich bin da sehr klar: Familienarbeit muss entlohnt werden und zwar vom Partner. Sonst gehen Frauen ein enormes Risiko ein.“
Wiebke Wennemer, Landwirtschaftskammer Niedersachen
„Ich gebe meine finanzielle Sicherheit nie wieder komplett aus der Hand.“
„Ida Seifert“ (Name geändert)
Wege zu mehr Gleichstellung und Absicherung aufzeigen
Mir war es besonders wichtig, dass der Beitrag nicht nur Risiken beleuchtet, sondern auch Ansätze für mehr Gleichstellung, soziale Absicherung und bessere Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft aufzeigt.
Ein weiterer Beitrag zu Absicherung, Vereinbarkeit und Veränderungen in Landwirtschaft und Weinbau, der ebenfalls in Das Deutsche Weinmagazin erschienen ist, vertieft diese Lösungen.
Dieser zweite Beitrag ist in Kürze hier zu lesen.

Recherchiert, geschrieben, veröffentlicht–
so habe ich den Artikel erstellt:

Viele Denkanstöße beim Lesen!
Quelle: Das Deutsche Weinmagazin
Copyright: Das bereitgestellte PDF dient ausschließlich der persönlichen Lektüre. Jegliche Vervielfältigung, Weitergabe, Veröffentlichung, Bearbeitung oder kommerzielle Nutzung – auch auszugsweise – ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht gestattet.
Quelle: Rebe & Wein
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